January

Seit anfangs Jahr wird 80% für Kunden und 20% für Paper gearbeitet. Steter Begleiter im Januar:

Döring, Nicola (2003):
Sozialpsychologie des Internet: die Bedeutung des Internet für Kommunikationsprozesse, Identitäten, soziale Beziehungen und Gruppen. 2., vollst. überarb. und erw. Aufl.. Göttingen: Hogrefe, 2003

Kapitel 1 zeigt die Entwicklung und Bedeutung des Internet auf (Technik, Diffusion, Nutzung, Regulation, Bewertung). Take-Aways:

  • Innovations-Diffusions-Forschung: Synthese der Diffusions-Theorien bei Everett M. Rogers (1962/1995)
  • 5 Schritte des Innovations-Entscheidungs-Modells (für Organisationen und Individuen): Knowledge (Wissen von der Existenz und Verständnis der Funktionen der Innovation), Persuasion (Entwicklung einer positiven Einstellung gegenüber der Innovation), Decision (geplante Aneignung der Innovation), Implementation (tatsächliche Übernahme der Innovation), Reinforcement (Bekräftigung der Innovation aufgrund positiver Erfahrungen)
  • Stufe 2 (Entwicklung einer positiven Einstellung) und die daraus resultierende Adoptionsbereitschaft werden dadurch beeinflusst, welche Eigenschaften man der Innovation zuschreibt -> 5 Attribute im Innovations-Entscheidungs-Modell begünstigen eine Adoption: Möglichkeit der Wahrnehmung (observability), Möglichkeit des Ausprobierens (triability), Relativer Vorteil (relative advantage), Komplexität (complexity), Kompatibilität (compatibility)
  • Internet-Aktivitäten der Konkurrenz übt sozialen Druck auf Organisationen aus (A.J. Flanagin (2000), Human Communication Reserach, “Social pressures on organizational website adoption”)

Kapitel 2 beschreibt Dienste und Anwendungen (Kommunikation & Medium, (a)synchrone computervermittelte Kommunikation, funktional integrierte Online-Angebote, Schnittstellen zur herkömmlichen Individual- und Massenkommunikation). Take-Aways:

  • S. 79: “Nicht zuletzt geht es gerade den Online-Präsenzen von Unternehmen um verstärkte Kundenbindung und verbessertes Customer Relationship Management”. und “Die ursprüngliche Funktion des WWW war nicht das Online-Business, sondern die Kollaboration in Gruppen (vgl. Berners-Lee, 1999).”
  • funktional integrierte Online-Angebote: Online-Communities, -Portale, -Archive, -Shops (Mehrwert: Kontakt- und Beratungsangebote), -Lernplattformen; Amazon als Beispiel für Ergänzung des Shopping-Angebots um Community-Komponenten (Leser-Rezensionen, Kunden-Steckbriefe, Diskussionsforen, Privatauktionen)
  • S. 114: “Teilweise werden Online-Shops [...] aber auch nur zur Vorinformation genutzt, um dann im Offline-Geschäft einzukaufen.” ->derclub.de als Beispiel für die Multichannel-Strategie
  • S. 123: PR und Werbung als institutionalisierte Makroformen der Kommunikation haben sich im Internet etabliert. Ziel PR: Aufbau eines positiven Images im Netz und Pflege der Marke
  • sozial-interaktive Komponenten: E-Mail-Adressen, Foren, Gästebücher, … für den computervermittelten Austausch mit Bezugsgruppen (wichtig: Transparenz und Sicherheit)

Kapitel 3 führt die Theorien der computervermittelten Kommunikation auf (Theorien zur Medienwahl: rationale / normative / interpersonale Medienwahl, Theorien zu Medienmerkmalen: Kanalreduktion / Herausfiltern sozialer Hinweisreize / Digitalisierung, Theorien zum medialen Kommunikationsverhalten: soziale Informationsverarbeitung / Simulation & Imagination / Soziale Identität & Deindividuation / Netzkultur / Internet-Sprache, Fazit: medienökologisches Rahmenmodell). Take-Aways:

  • sozialpsychologische Perspektive an der Schnittstelle zwischen Psychologie und Soziologie mit Fokus auf Internet-Nutzung und -Wirkung auf der Ebene des individuellen Erlebens und Verhaltens im sozialen Kontext
  • medienökologisches Rahmenmodell: Person -> Medienwahl -> Medium / Medienmerkmale -> Nutzungssituation / Mediales Kommunikationsverhalten der Person -> Nutzungssituation -> Effekte -> Folgen

Kapitel 4 beschreibt die Methoden der Online-Forschung (Forschungsdesigns, Auswahlverfahren, Datenerhebungstechniken, Datenauswertungsmethoden, Ethische Richtlinien). Take-Aways:

  • Internet = Untersuchungsgegenstand oder Untersuchungskontext
  • Forschungsdesigns für internetbezogene Forschung: grundlagenwissenschaftliche und angewandte / qualitative und quantitative / hypthesengenerierende und -prüfende / nicht-, quasi- und experimentelle Untersuchungen / Feld-, Labor- und Webexperimente / reaktive und nonreaktive / querschnittliche (einmalige) und längsschnittliche Untersuchungen / Primär- und Sekundäranalysen
  • Auswahlverfahren: Vollerhebung, (nicht-)zufallsgesteuerte Stichprobenauswahl
  • Erhebungstechniken: Textanalyse, Logfile-Analyse, Beobachtung, Interview, Fragebogen, psychologischer Test

Kapitel 5 bringt Themen und Befunde der Online-Forschung (Wirklichkeitskonstruktionen, Verhalten, soziale Phänomene, soziale Anwendungskontexte). Take-Away:

  • Die Einstellung = Bewertung von Objekten durch das Individuum, siehe Stahlberg & Frey, 1996, S. 219 – 252 (in: Stroebe / Hewstone / Stephenson: Sozialpsychologie)

Kapitel 6 beschreibt das Thema Identitäten und deren Veränderungen und Entwicklungen.

Kapitel 7 geht auf soziale Beziehungen und Internet sowie deren Veränderungen und Entwicklungen ein.

Kapitel 8 beschreibt Gruppen und Internet sowie deren Veränderungen und Entwicklungen.

Link of the month: Clevere und kreative Plakatwerbung

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